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EU-Projekt

GoodFood-Fortschritt

Überblick über die Umsetzung des Projekts in den Partnerländern.

Während das GoodFood-Programm europaweit insgesamt weiter Gestalt annimmt, schreitet die Umsetzung in jedem Partnerland im eigenen Rhythmus voran – geprägt von lokalen Gegebenheiten, der jeweiligen Dynamik in den teilnehmenden Schulen und verschiedener Unterrichtspraktiken. In diesem Überblick werfen wir einen detaillierten Blick darauf, wie die Umsetzung in den einzelnen Ländern erfolgt. Dabei beleuchten wir sowohl die bereits unternommenen Schritte als auch die dabei auftretenden Herausforderungen und zeigen auf, wie GoodFood zunehmend zu einem aktiven und wachsenden Bestandteil des Schulalltags in der Gastronomieausbildung wird. 

Niederlande – Empowerment und Aktivierung der Schüler*innen

GoodFood macht in den Niederlanden stetige Fortschritte, doch es bestehen weiterhin Herausforderungen bei der effektiven Einbindung der Schüler*innen. Ein Gastvortrag am 5. Dezember 2025 zeigte, dass die Unterrichtsmaterialien nach wie vor zu komplex und textlastig sind, was es erschwert, die Lernenden voll und ganz zu motivieren. Die zentrale Herausforderung besteht darin, ein Programm zu entwickeln, das die Schüler*innen aktiviert und auf andere Schulen übertragbar ist.

Um diese Herausforderung anzugehen, verfolgt das niederländische Team einen praxisorientierten Ansatz, der auf Empowerment basiert. Es entwickelt ein vereinfachtes Kartenspiel, das den Schüler*innen helfen soll, Entscheidungen zu treffen, ihre Motivation zu stärken und zu verstehen, wie sich Gewohnheiten durch bewusste Entscheidungen ändern lassen. Die nächsten Schritte umfassen die Erprobung dieser Aktivität und die Überarbeitung der neuen vereinfachten Informationsblätter.

Italien – Von einem starken Start in eine Phase der Neuausrichtung

Italien startete das Projekt mit einer starken Auftaktveranstaltung: Rund 150 Schüler*innen nahmen an der Präsentation teil, 15 beteiligten sich zudem an der „Schatzsuche" – einer interaktiven Aktivität, bei der sie Möglichkeiten für Veränderungen an ihrer Schule identifizierten. Das nachlassende Engagement der Lehrkräfte führte jedoch zu Verzögerungen in der Umsetzung.

Trotz des Fehlens einer dauerhaft kooperierenden Lehrkraft ließ sich das italienische Team nicht aufhalten. In enger Zusammenarbeit mit dem Schulleiter arbeiten sie nun mit einer kleineren, aber hochmotivierten Gruppe von Schülerinnen zusammen. Diese konzentriert sich auf drei der fünf Projektbereiche: Essen & Abfall, Essen & Umwelt sowie Essen & Gesundheit. Aktuell erheben die Schülerinnen grundlegende Daten, um darauf aufbauend ihren Aktionsplan zu entwickeln und konkrete Maßnahmen für eine nachhaltigere Gestaltung ihrer Schule umzusetzen.

Spanien – Schrittweise Weiterentwicklung im Kontext eines entstehenden Nachhaltigkeitsmoduls

Spanien macht kontinuierliche Fortschritte, während die Schulen ihr Nachhaltigkeitsmodul weiter ausbauen. Obwohl die Integration neuer Inhalte in einem oft hektischen Schulalltag herausfordernd ist, gelingt es den Lehrkräften zunehmend, die GoodFood-Ideen in den bestehenden Unterricht einzubinden. In Zusammenarbeit mit engagierten Pädagog*innen gewinnt das Projekt an Dynamik und schafft eine solide Grundlage für eine vertiefte Umsetzung im weiteren Jahresverlauf.

Aktuell befindet sich Spanien in der Studienphase und entwickelt erste Aufgabenformate, die sich an den zentralen Themen von GoodFood orientieren.

Deutschland – Ethisches Engagement bei gleichzeitigem Bedarf an methodischer Klarheit

In Deutschland zeigt sich ein starkes Engagement der Lehrkräfte für ethische Fragestellungen und die Reduzierung des Fleischkonsums. Gleichzeitig fällt es vielen schwer, Schülerinnen dafür zu gewinnen, mit neuen vegetarischen Rezepten zu experimentieren und ungewohnte Wege auszuprobieren. Auch dem lokalen Team gelingt es bislang nur bedingt, den Ansatz des Projekts – Verhaltensänderung als Ausgangspunkt für die gemeinsame Entwicklung von Maßnahmen mit den Schülerinnen – zu vermitteln, insbesondere im Vergleich zu stärker strukturierten, vorgegebenen Unterrichtskonzepten.

Die im April stattgefundenen Workshops mit Lehrkräften und Schüler*innen konzentrierten sich daher gezielt auf das GoodFood-Thema „Ernährung & Gesundheit", das in der vorangegangenen Analyse als besonders relevant identifiziert wurde. Ergänzend stehen Empowerment und Verhaltensänderung im Fokus.